O-Ton: überbewertet oder unverzichtbar?

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    • O-Ton: überbewertet oder unverzichtbar?

      Hi Leute.

      Mich würde mal eure Meinung zum Thema "O-Ton" interessieren.

      Persönlicher Hintergrund
      Ich selbst habe etwas mehr wie zwei Jahre in einer WG mit einem Franzosen gewohnt und aufgrund anfänglicher Sprachbarrieren haben wir uns angewöhnt, Filme und Serien auf Englisch zu schauen.
      Mal von One Piece, bzw Animes allg., abgesehen :D Die müssen natürlich im OmU geschaut werden.

      Das ganze ist mittlerweile eine halbe Dekade her, aber schauen und zocken tu ich tatsächlich fast ausschließlich nur noch im O-Ton.


      Unabhängig davon, ob es sich um Filme, Serien oder Videospiele handelt... mMn gehen durch die Synchro IMMER zu viele Dinge verloren.

      1. Gewisse Redewendungen sind nach der Übersetzung einfach futsch bzw sie machen eben nur dann Sinn, wenn man sie im O-Ton hört
      z.B.

      bei The Big Bang Theorie merkt man das richtig heftig. Da kommt in fast jeder Folge irgendeine Wortspielerei vor, die übersetzt im besten Fall merkwürdig klingt, aber idR einfach keinen Sinn ergibt.

      2. Sind sinngemäße Übersetzungen, in Bezug auf die Lippen-Synchronisation oftmals ohnehin schwierig.
      Was das angeht ist die deutsche Sprache, gerade im europäischen Vergleich, echt hardcore.

      3. Es gehen fast immer die Dialekte und Akzente verloren.
      Zwei Beispiele:

      - in "The Witcher 3" haben die Skelliger einen ganz anderen Dialekt wie die Festlandbewohner und selbst unter denen gibt es regionale Unterschiede
      - ebenso die Belta in "The Expanse"; dort hat auch jede Fraktion ihren individuelle Aussprache.

      Und kaum ändert man auf Deutsch (oder auch Französisch) ist das alles fast komplett weg oder es wird eher schlecht als recht versucht.

      4. Wenn ein Sprecher, oder noch besser Schauspieler, einer bestimmten Rolle zugewiesen wird, dann (meistens) aus dem Grund, weil der Schöpfer des Charakters eben genau diese Person als Verkörperung sieht.
      Und das eben nicht nur äußerlich... da spielen die Art der Aussprache, Betonung der Worte, das richtige Setzen von Pausen und natürlich die Stimme selbst ganz viel mit rein.
      Konkret...
      ...muss ich da an den Protagonisten von "Lucifer" denken... Tom Ellis ist mMn DIE Top Besetzung für die Rolle, weil er es schafft komplett in ihr aufzugehen und dem Charakter "Farbe zu verleihen". Der deutsche Synchronsprecher dagegen... ist in meinen Augen einfach fehlbesetzt. Ja, Lucifer is hier und da ne Pussy, aber Tom Ellis ist nicht DURCHGEHEND das weinerliche Häufchen Elend, das einem allein durch die Synchro vermittelt wird.
      Oder auch der Antagonist meiner derzeitigen Lieblingsserie "The Expanse"... dessen berühmt-berüchtigte Ansprache ist ein Paradebeispiel wie die Wirkung der Worte allein durch Aussprache, Betonung und dem präzisen Setzen von Pausen
      effektiv in Szene gesetzt werden kann... ich kannte die Serie bislang nur im O-Ton und wollte mir besagte Rede mal auf Deutsch anhören. Ich hab's geschafft, aber es war hart :rogerlaugh: da hat mal wieder gar nichts mehr gepasst und ich habe wieder flux auf Englisch umgestellt.


      Selbiges gilt natürlich auch für meinen All-Time-Lieblings-Anime One Piece :D
      Es steht für mich noch nicht einmal zur Debatte, ob da jemals was anderes wie O-Ton läuft. Nein, einfach Nein!

      Sehr oft gehen mit der Synchro leider auch viele Emotionen verloren, die die Originalsprecher ihrem Charakter eben genau mit ihrer Stimme, und der Art wie sie reden, verleihen.

      Man denke nur mal...

      ...an die Stelle in Impel Down zurück, als Luffy mit Hilfe der Hormone gegen das Gift im Körper ankämpfen musste und Bon Clay ihn die ganze Zeit anfeuert. Im Fernsehen war das mMn nicht zum aushalten... die OV war auch nicht wirklich schön anzuhören, aber da hat der Sprecher dem ganzen Authentizität verleihen. Es war glaubwürdig.


      Challenge?

      Bei dem PS4 Spiel "Ghost of Tsushima" tu aber selbst ich mich schwer, klar auszumachen was denn genau der O-Ton ist... normalerweise Japanisch sollte man denken, aber die englische Synchro is halt auch verdammt gut gelungen. Beides passt bei diesem Spiel hervorragend!
      Muss wohl hier und da Ausnahmen geben ^^


      Hehe, sodele. Ich denke, meiner Meinung zu diesem Thema ist erstmal Genüge getan.

      Jetzt seid ihr dran. Seht ihr das ähnlich?

      Ist der O-Ton für euch auch schon nahezu existenziell für eine größtmögliche Immersion?
      Oder hab ich einfach einen rennen :rogerlaugh: ?

      Würde mich wirklich mal interessieren...

      Euer Sakai
      "Früher hatte ich ein Gedächtnis wie ein Sieb, heute ist es mehr wie eine Salatschleuder."
      Wiederholungstäter /rcv :sick:


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      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Sakai_687 ()

    • Ich gucke eigentlich Filme, Serien, etc. immer im O-Ton an wenn es möglich ist.

      Ich finde das so viel besser die schauspielerische Leistung der Synchronsprecher oder Schauspieler rüberkommt. So kann man diese Leistung auch viel besser schätzen. Finde ich zumindest.
      Deswegen achte ich beim Kauf von DVD's immer drauf ob auch der O-Ton vorhanden ist. Ich möchte zumindest die Möglichkeit haben es mir so anzusehen.

      Ich glaube das ich so viel im O-Ton gucke ist auch so eine Gewohnheit geworden. Ich stelle auf Netflix sehr selten mal was auf die deutsche Synchro um. Es kommt hauptsächlich dazu wenn ich was mit jemandem gucke der jetzt nicht gut Englisch versteht. Das sind aber die wenigsten.

      Bei Anime mache ich selbstverständlich den Untertitel an. Der ist dann meist auch in Englisch.
      Japanisch kann ich leider nicht. XD

      Ich gebe auch dem Punkt recht, das durch Übersetzungen einige Dinge verloren gehen könnten.
      In letzter Zeit gucke ich mit meinem Vater 'Battlestar Galactica' und auch im englischen Originalton. Frage mich da auch manchmal wie man das ein oder andere übersetzen würde. Ich könnte mir jetzt irgendwie gar nicht vorstellen die jetzt in deutsch zu schauen.
      Manchmal hab ich nämlich auch das Gefühl das die Stimme dann auf einmal gar nicht mehr zum Charakter passt. Vorallem wenn man was anderes gewohnt ist.

      Bei Büchern ist es ja bei Übersetzungen auch manchmal etwas komisch. Bücher haben zwar keinen Ton, aber man merkt da schon sehr gut wenn durch die Übersetzung ein Wortwitz nicht mehr so gut funktioniert.
      Ich lese gerne Terry Pratchett und wenn man bei den Büchern hier und da die originalen und übersetzten Sätze vergleicht, geht gerne man ein Witz verloren. Selbst bei sowas wie Namen. Natürlich gibt es auch seltene Momente in dem geschickte Übersetzer doch noch was cooles daraus stricken können. Das ist aber leider seltener der Fall.

      Übrigens schönes Beispiel mit den Dialekten bei The Witcher!
      Ich finds auch schade das dies in der deutschen Synchro wegfällt.

      Das war jetzt erstmal mein Senf hierzu. c:

      Interessantes Thema. Wird auf jeden Fall nicht so oft drüber gesprochen.
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    • IvoryPirates schrieb:

      Ich stelle auf Netflix sehr selten mal was auf die deutsche Synchro um. Es kommt hauptsächlich dazu wenn ich was mit jemandem gucke der jetzt nicht gut Englisch versteht. Das sind aber die wenigsten.
      (1)

      Manchmal hab ich nämlich auch das Gefühl das die Stimme dann auf einmal gar nicht mehr zum Charakter passt. Vorallem wenn man was anderes gewohnt ist.
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      Bei Büchern ist es ja bei Übersetzungen auch manchmal etwas komisch.
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      Das war jetzt erstmal mein Senf hierzu. c:


      Interessantes Thema. Wird auf jeden Fall nicht so oft drüber gesprochen.
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      (1)
      :rogerlaugh: damn. Bei mir ist es genau umgekehrt. Die wenigsten, die beruflich heimattreu geblieben sind, haben sich je die Mühe gemacht eine, geschweige denn mehrere Fremdsprachen zu lernen. Dafür ham die Leute andere Skills 8) Aber Filme und Serien im O-Ton... forget it :rogerlaugh:

      (2)
      Da sind wir absolut d'accord. Wie gesagt, idR denkt man sich ja was dabei, einen Charakter mit dem entsprechenden Schauspieler zu besetzen und nicht selten ist dann die Synchro irgendwas von meeh bis grauenhaft.
      Und ja, insbesondere wenn man sich mal daran gewöhnt hat, ist es umso seltsamer auf einmal die Synchro zu hören.

      (3)
      Hahaha, definitiv :rogerlaugh: :rogerlaugh: :rogerlaugh:
      Da muss ich direkt an die Bücher zu Game of Thrones denken... ich hab damals erst die deutschen Bücher und im Nachhinein die Originale gelesen. Natürlich hatte ich zu dem Zeitpunkt schon wieder 90% vom Wortlaut vergessen; aber ich weiß, dass ich bei den englischen viel öfter schmunzeln und lachen musste. Bei The Hobbit war es genauso.
      Und wenn wir schon bei Tolkien sind... Das Silmarillion ist für mich, bis heute, das am schwersten zu lesende Buch überhaupt (auf deutsch). Weiß der Teufel was mich geritten hat, als ich mir ebenjenes Buch nochmal im Original geholt habe :rogerlaugh: aaaaber für mein Empfinden war das um einiges angenehmer zu lesen wie die deutsche Version.

      (4)
      Hehe, sehr schön :D
      Find ich klasse, dass du das ähnlich siehst wie ich.
      In meinem Freundeskreis haben leider nur wenige ein Gespür für den exquisiten Genuss des O-Tons :rogerlaugh: und dass obwohl gerade Englisch mittlerweile in so vielen Dingen alltäglich geworden ist...


      Hat mich auf jeden Fall gefreut, deine Meinung zu hören (oder zu lesen) ;)

      Edit: Japanisch kann ich leider auch nicht :rogerlaugh: Ich hab's in der Jugend mal versucht, bin aber damals nicht am Ball geblieben :negative:
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